{"id":282,"date":"2012-05-03T20:00:28","date_gmt":"2012-05-03T18:00:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wuerzberg.info\/?p=282"},"modified":"2016-03-07T15:06:22","modified_gmt":"2016-03-07T14:06:22","slug":"echo-online-wenn-der-heinstermuller-selbst-erzahlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wuerzberg.info\/?p=282","title":{"rendered":"Echo-Online: Wenn der Heinsterm\u00fcller selbst erz\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<p>Heimatgeschichte \u2013 Wiedergabe einer Originalaufnahme ist H\u00f6hepunkt eines Vortrags beim Historischen Verein<\/p>\n<figure id=\"attachment_283\" aria-describedby=\"caption-attachment-283\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schusterxxl.de\/wordpress\/wuerzberg\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/637697_m0w460h300q100s1v27366_81-18960419_81-18960419_BILD1.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"283\" data-permalink=\"https:\/\/www.wuerzberg.info\/?attachment_id=283\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/637697_m0w460h300q100s1v27366_81-18960419_81-18960419_BILD1.jpg?fit=460%2C277&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"460,277\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Zum Erinnerungs-Allgemeingut der alteingesessenen Odenw\u00e4lder geh\u00f6ren der Heinsterm\u00fcller Leonhard und seine Frau Margarethe He\u00df. Beigetragen haben dazu sowohl die Besonderheit von Wohnsitz und Tagesgesch\u00e4ft als auch die T\u00e4tigkeit des Handwerkers als Heimatautor. Foto: Archiv Werner K\u00f6nig\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Zum Erinnerungs-Allgemeingut der alteingesessenen Odenw\u00e4lder geh\u00f6ren der Heinsterm\u00fcller Leonhard und seine Frau Margarethe He\u00df. Beigetragen haben dazu sowohl die Besonderheit von Wohnsitz und Tagesgesch\u00e4ft als auch die T\u00e4tigkeit des Handwerkers als Heimatautor. Foto: Archiv Werner K\u00f6nig&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Zum Erinnerungs-Allgemeingut der alteingesessenen Odenw\u00e4lder geh\u00f6ren der Heinsterm\u00fcller Leonhard und seine Frau Margarethe He\u00df. Beigetragen haben dazu sowohl die Besonderheit von Wohnsitz und Tagesgesch\u00e4ft als auch die T\u00e4tigkeit des Handwerkers als Heimatautor. 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Beigetragen haben dazu sowohl die Besonderheit von Wohnsitz und Tagesgesch\u00e4ft als auch die T\u00e4tigkeit des Handwerkers als Heimatautor. Foto: Archiv Werner K\u00f6nig<\/figcaption><\/figure>\n<div>ERBACH.<\/div>\n<p>Was der pensionierte Gymnasiallehrer Werner K\u00f6nig (Michelstadt) \u00fcber Leben und Werk des Heinsterm\u00fcllers Leonhard He\u00df (1886-1967) zu berichten hatte, bescherte dem Historischen Verein f\u00fcr die Kreisstadt und die ehemalige Grafschaft Erbach nun einen vollen Vortragssaal. Unter den G\u00e4sten weilten auch zwei He\u00df-Enkelkinder: Elsa Feick aus Wersau und Heinrich He\u00df aus W\u00fcrzberg. Gekommen war ebenso Rolf Habermeier, der 1999 das M\u00fchlenanwesen von der Stadt Michelstadt erwarb. Zu Beginn seines Vortrags lud der Referent seine Zuh\u00f6rer zu einer virtuellen Reise in die Vergangenheit ein.<br \/>\nWie der profunde Heimatforscher und -kenner K\u00f6nig aufzeigte, handelt es sich beim Gebiet der Heinsterm\u00fchle zwischen W\u00fcrzberg und Watterbach\/Bayern schon seit Einhards Zeiten um Grenzland. Vielleicht, so der He\u00df-Biograf, sei es ja die historische Lage der M\u00fchle mit der N\u00e4he zu R\u00f6merbad und Kastell W\u00fcrzberg gewesen, die den jungen Leonhard He\u00df angeregt habe, sich mit der Geschichte seiner Heimat zu befassen.<\/p>\n<p>Um den Schatz an Geschichten und Anekdoten \u00fcber den ehemaligen M\u00fcller zu verstehen, m\u00fcsse man in das W\u00fcrzberg der Jahre vor dem Ersten Weltkrieg zur\u00fcckgehen. Damals habe es noch strohgedeckte H\u00e4user gegeben, und die Dorfstra\u00dfe sei nicht befestigt gewesen, schilderte K\u00f6nig. Es sei die Zeit der Petroleumlampen gewesen, die noch bis in das Jahr 1921 mit Einzug der Elektrizit\u00e4t angedauert habe.<br \/>\nUm das Jahr 1906 sei das soziale Klima im Ort nicht gut gewesen, weil die Fehde zweier Familien das Dorf gespalten habe. Der junge Leonhard He\u00df sei selbst durch einen Bubenstreich in das Spannungsfeld der beiden Lager geraten und habe wegen polizeilicher Nachstellungen seine Heimat verlassen und in der franz\u00f6sischen Schweiz untertauchen m\u00fcssen. Es sei ihm dort durch seine handwerklichen F\u00e4higkeiten sehr gut gegangen. Aus dieser Zeit stammten die fr\u00fchen Aufzeichnungen des M\u00fcllers, w\u00e4hrend sein Hauptwerk die Geschichte des Dorfes W\u00fcrzberg und die M\u00fchlenchronik ausmachten.<br \/>\nAus einem Vorwort zur Dorfgeschichte gehe hervor, dass Leonhard He\u00df 1928 die Geschichte der Heinsterm\u00fchle aufgeschrieben und 1936 die Chronik des Dorfes W\u00fcrzberg begonnen habe. Zu seinen Aufzeichnungen geh\u00f6rten aber auch die Schulgeschichte W\u00fcrzbergs, die Tageb\u00fccher von 1957 bis 1966 sowie 124 Aufs\u00e4tze f\u00fcr den damaligen \u201eCentralanzeiger\u201c, die sp\u00e4tere Odenw\u00e4lder Heimatzeitung und das heutige ECHO.<br \/>\nH\u00f6hepunkt des unterhaltsamen und informativen Abends waren He\u00df-Geschichten im Originalton des Heinsterm\u00fcllers, die Geschichtslehrer Werner K\u00f6nig 1964 selbst aufgenommen hat. W\u00e4hrend die erste Erz\u00e4hlung eine typische Schauergeschichte ist aus der Zeit, als es noch Scharfrichter in Michelstadt gab, behandelt die zweite Erz\u00e4hlung ein Erlebnis des Schneiders Emig aus Bullau, der auf dem n\u00e4chtlichen Weg von der Heinsterm\u00fchle in den Eutergrund die Begegnung mit einem Gespenst gemacht haben soll.<br \/>\nDie dritte Erz\u00e4hlung erinnert an zwei total betrunkene Waldarbeiter, die beim Rindensch\u00e4len aneinandergeraten waren. Der Streit endete f\u00fcr den einen t\u00f6dlich, was dazu f\u00fchrte, dass eine Gerichtskommission nach W\u00fcrzberg kam, um den Kopf des Erschlagenen mit nach Darmstadt zu nehmen. Da die Gesandten noch in Eulbach einkehrten, blieb ihre makabre Fracht bei den G\u00e4sten im Lokal nicht ganz unbemerkt.<br \/>\nDer Referent schloss seinen Vortrag mit einer W\u00fcrdigung des Heinsterm\u00fcllers. Leonhard He\u00df habe durch seine Aufzeichnungen eine Botschaft f\u00fcr alle jetzt Lebenden hinterlassen, die das gegenw\u00e4rtige Tun und Handeln beeinflussen k\u00f6nne. Es sei die Frage, ob bei dem derzeitigen Streben nach nachhaltiger hoher Lebensqualit\u00e4t auch die Bescheidenheit einen Grundwert darstelle.<br \/>\nUm den Vortrag noch anschaulicher zu gestalten, hatte Werner K\u00f6nig aus Michelstadt eine Reihe bisher unver\u00f6ffentlichter Bilder des fr\u00fcheren Heinsterm\u00fcllers und seiner Ehefrau zusammengestellt.<\/p>\n<p>Quelle: <a title=\"http:\/\/www.echo-online.de\/region\/odenwaldkreis\/erbach\/Wenn-der-Heinstermueller-selbst-erzaehlt;art1269,2852770\" href=\"http:\/\/www.echo-online.de\/region\/odenwaldkreis\/erbach\/Wenn-der-Heinstermueller-selbst-erzaehlt;art1269,2852770\" target=\"_blank\">http:\/\/www.echo-online.de\/region\/odenwaldkreis\/erbach\/Wenn-der-Heinstermueller-selbst-erzaehlt;art1269,2852770<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heimatgeschichte \u2013 Wiedergabe einer Originalaufnahme ist H\u00f6hepunkt eines Vortrags beim Historischen Verein ERBACH. 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