{"id":3819,"date":"2021-04-27T21:09:37","date_gmt":"2021-04-27T19:09:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wuerzberg.info\/?p=3819"},"modified":"2021-08-12T09:01:03","modified_gmt":"2021-08-12T07:01:03","slug":"die-neue-grenzbruecke-ist-aufgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wuerzberg.info\/?p=3819","title":{"rendered":"Die neue &#8222;Grenzbr\u00fccke&#8220; ist aufgestellt"},"content":{"rendered":"\n<p>Foto und Text: Hans-Dieter Schmidt<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00dcRZBERG. Beim kleinen zum Michelst\u00e4dter H\u00f6hendorf geh\u00f6renden Weiler Mangelsbach entspringt der gleichnamige Bachlauf. Die Topografie des Hochplateaus wirkt an dieser Stelle als Wasserscheide, die das \u2013 wie es derzeit der Fall ist \u2013 gelegentlich auch mal versiegende Flie\u00dfgew\u00e4sser Richtung Maintal ableitet. Dass das B\u00e4chlein einmal zum Grenzgew\u00e4sser mit \u00dcbergang zwischen den deutschen Bundesl\u00e4ndern Hessen und Freistaat Bayern mutieren w\u00fcrde, h\u00e4tte sich noch vor wenigen Jahren niemand tr\u00e4umen lassen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"438\" data-attachment-id=\"3820\" data-permalink=\"https:\/\/www.wuerzberg.info\/?attachment_id=3820\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?fit=2295%2C1608&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2295,1608\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;3.5&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;PENTAX K200D&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1619196541&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;18&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0333333333333&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?fit=625%2C438&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?resize=625%2C438&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-3820\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?resize=1024%2C717&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?resize=300%2C210&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?resize=768%2C538&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?resize=1536%2C1076&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?resize=2048%2C1435&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?resize=200%2C140&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?w=1250&amp;ssl=1 1250w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wuerzberg.info\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Kultur-und-Heimatverein-Wuerzberg-Grenze-Mangelsbach-2021a.jpg?w=1875&amp;ssl=1 1875w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><figcaption>Die kleine Kanone (vorne rechts) auf bayrischer Seite hat nur symbolischen Charakter. So kann der W\u00fcrzberger Mountainbiker Peter Petzka den neu gestalteten \u201eGrenz\u00fcbergang\u201c stressfrei nutzen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das hessische W\u00fcrzberg und das bayerische Boxbrunn sind sich r\u00e4umlich deutlich n\u00e4her als beispielsweise ihren Kernst\u00e4dten Michelstadt und Amorbach. Einer der Verbindungswege zwischen beiden D\u00f6rfern wird gerne von Wanderern und Radfahrern genutzt und kreuzt das beschauliche Wildwasser. Und dann passierte vor ein paar Jahren jener Unfall, von dem der W\u00fcrzberger Stefan Knapp erz\u00e4hlte. Einer seiner Arbeitskollegen war just an der ungesicherten Bachquerung mit seinem Fahrrad gest\u00fcrzt, wobei er sich Verletzungen zuzog. F\u00fcr Knapp, Mitglied des Kultur- und Heimat-Vereins (KuHV) seines Dorfes, war klar, dass sich derlei nicht wiederholen d\u00fcrfe. Der hessische Verein griff seine Idee, mit einer kleinen Br\u00fccke die Gefahrenstelle zu entsch\u00e4rfen, auf, und holte zugleich Mitglieder der bayerischen Dorfgemeinschaft Boxbrunn ins Boot. So entstand der erste sichere \u00dcbergang im Jahr 2015. Nat\u00fcrlich sollte der kleine Steg keine einfache Br\u00fccke sein. So machte man sich den Spa\u00df, die Mangelsbach-Br\u00fccke mitten in einem Waldgebiet ohne befestigte Fahrbahn mit Fahnen beider Bundesl\u00e4nder und Wachh\u00e4uschen mit passenden Farben und Beschriftung als scheinbar realen Grenz\u00fcbergang wirken zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es waren Knapp, der KuHV-Vorsitzende Edgar Bleifu\u00df und Ortsvorsteher Manuel Dingeldein, der ebenfalls zum Verein geh\u00f6rt, die gegen\u00fcber dieser Zeitung die Historie des \u00dcbergangs schilderten. Weitere Informationen steuerten Ortssprecher J\u00fcrgen Eckert und Martin Lindemans aus Boxbrunn bei. Zwischenzeitlich hat die kleine Br\u00fccke Einzug in das Kartenwerk Google Maps gefunden, ebenso wie in Navigationsapps f\u00fcr Radfahrer, und ist recht gut frequentiert. Aber schon jetzt, nur sechs Jahre nach der durch Bleifu\u00df und den leider verstorbenen Willi Dingeldein erfolgten Ersterrichtung, erwies sie sich als nicht ausreichend. Eine Verbesserung des \u00dcbergangs mittels einer neuen und stabileren Br\u00fccke wurde diskutiert und nun umgesetzt. Konstruiert hat sie der Boxbrunner Frank Lebold, wie Lindemans informierte. Gemeinsam haben beide Gruppen die neue Verbindung nun errichtet. Und sie macht durchaus Eindruck. Besonders auffallend sind die Grundfl\u00e4che in Form von Gitterrosten, die auch st\u00e4rkerer Beanspruchung standhalten, und die kleine \u00dcberdachung, die den Wanderer oder Radfahrer auch kurzzeitig vor einem Regenguss sch\u00fctzen kann. Landesflaggen Hessens und des Freistaates zieren die Anlage. Eine feste Sitzgruppe aus zwei Frankfurt-B\u00e4nken mit Tisch l\u00e4dt zum Verweilen ein. Auch wenn am blau-wei\u00dfen Wachh\u00e4uschen der Begriff Zollamt auftaucht gilt: Abgaben werden nicht erhoben. Neu allerdings ist ein auf bayrischer Seite montierter Erdk\u00fchler, der Passanten erfrischende Getr\u00e4nke anbietet. Die k\u00f6nnen nat\u00fcrlich nicht kostenfrei abgegeben werden; vielmehr vertrauen die Verantwortlichen auf Ehrlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer aus Richtung Boxbrunn zum \u00dcbergang kommt, trifft zuerst auf ein kleines Kanonenmodell aus Holz, das aber zur Verteidigung freistaatlicher Interessen wenig geeignet erscheint. In W\u00fcrzberg hat der KuHV inzwischen mit der Aufstellung von Hinweisschildern auf Interessantes und Sehenswertes begonnen. Start war dieser Tage mit einem ersten Schild, das innerorts auf den Grenz\u00fcbergang hinweist. Er ist in Verl\u00e4ngerung der Schulzengasse durch die Feldgemarkung des Waldhubendorfes erreichbar. Nur wenige Meter entfernt f\u00fchrt der als Hubenweg bezeichnete Rundwanderweg W\u00fc4 am Grenz\u00fcbergang vorbei, der mit seinen etwa 17 Kilometern L\u00e4nge etwas mehr Kondition erfordert, daf\u00fcr aber neben anderem auch Adlerstein, Heinsterm\u00fchle und Lochbrunnen tangiert. Gepflegt wird die Anlage durch den Erbacher Udo Sauer, der auch das Wachh\u00e4uschen auf hessischer Seite erbaute und zudem aktuell auf beiden Seiten der \u201eGrenze\u201c Sitzpilze montiert hat. Besonders erfreut hat die Erbauer, so best\u00e4tigen sie unisono, dass die gemeinsame Aktion beide D\u00f6rfer einander n\u00e4herbrachte. Als besonders anregend empfinden sie die Wortspielereien, die sich trotz r\u00e4umlicher N\u00e4he aus den doch recht unterschiedlichen Dialekten ergeben. Wenngleich, wie alle Protagonisten best\u00e4tigen, schon vor l\u00e4ngerer Zeit der Ausbau der Verbindung zu einem ausgewiesenen Radweg angedacht war, sind die Mutterkommunen beider D\u00f6rfer oder andere an einer Belebung des Fremdenverkehrs interessierte Einrichtungen bislang nicht an dem Projekt beteiligt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto und Text: Hans-Dieter Schmidt W\u00dcRZBERG. Beim kleinen zum Michelst\u00e4dter H\u00f6hendorf geh\u00f6renden Weiler Mangelsbach entspringt der gleichnamige Bachlauf. Die Topografie des Hochplateaus wirkt an dieser Stelle als Wasserscheide, die das \u2013 wie es derzeit der Fall ist \u2013 gelegentlich auch mal versiegende Flie\u00dfgew\u00e4sser Richtung Maintal ableitet. 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