„Zur Römerburg“ – Biergarten eröffnet am Osterwochenende

Fotos und Text: Hans-Dieter Schmidt

WÜRZBERG – Die Höhenlage mit guter Luft und viel Sonne, dazu reichlich Auslauf ohne allzu große Steigungen – die Würzberger Höhe erfreut sich bei Ausflugsgästen von je her besonderer Beliebtheit. Im Winter kommen die Talbewohner zum Skilanglauf und Spazieren, im Sommer zum Wandern und Radfahren. Eins freilich fehlte zuletzt vielen zum Freizeitglück: die Möglichkeit zu einer zünftigen Einkehr. Die haben sie nun zurückbekommen: Beate und Herbert Vieten haben das fast schon legendäre Gasthaus „Zur Römerburg“ neu eröffnet. Damit haben Besucher und Einheimische nun wieder die Wahl zwischen der immer möglich gebliebenen Kaffeestunde in der örtlichen „Odenwälder Caféstube“ und der Wirtshauspartie im Lokal am Ortsrand. Und was den Gästen ihren Ausflug aufwertet, bedeutet für die 830 Einheimischen den Rückgewinn von Lebensqualität, wie Ortsvorsteher Manuel Dingeldein betont. Er freut sich zudem, dass damit ein Stück Geschichte ein neues Kapitel bekommt.

Zufriedene Gäste wünscht sich die Wirtsfamilie Vieten im Gasthaus Zur Römerburg. Im freundlich hell gestalteten Gastraum haben Platz genommen Wirt Herbert Vieten (vorne links) und Eigentümer Michel Vieten (vorne rechts) mit Mitgliedern des Ortsbeirates (Mario Dick, Manuel Dingeldein und Jens Fill). Foto: Hans-Dieter Schmidt

Direkt am Ortseingang wurde das Haus im Jahr 1838 errichtet. Erbauer war der aus Bullau stammende Würzberger Schullehrer Georg Ludwig Chelius, berichtet der verstorbene Heimatforscher Walter Weidmann in seinem Würzberger Heimatbuch. Die Historie weiß von etlichen Eigentümer-Wechseln bis hin zum letzten einheimischen Besitzer Georg Gerbig. Rund sechzig Jahre lang verfügte das Haus über einen Saalbau als bedeutenden Veranstaltungsort im Dorf. Dazu gab es Fremdenzimmer zur Beherbergung von Feriengästen, beschreibt der Autor. Auf Verpachtung an das Erbacher Brauhaus und späteren Verkauf des Gasthauses folgten mehrere erfolglose Neustart-Versuche, notierte Weidmann, um zugleich eine gewisse Entfremdung zu Würzberg festzustellen. Und diese Entfremdung möchten die neuen Wirtsleute Herbert und Beate Vieten gerne rückgängig machen.

Vieten ist Metzgermeister und stammt aus Langen, und auch seine Ehefrau verfügt über entsprechende Qualifikation. Berechtigt ist durchaus die Frage, wie es Fachleute aus Großstadtnähe mit eigenem Fleischerfachgeschäft in ein kleines Dorf an der hessisch-bayerischen Landesgrenze verschlagen kann. Die Erklärung lässt den Wirt schmunzeln: Da sind noch Tochter Viola und Schwiegersohn Michel Vieten mit den Kindern Emilia (5) und Elias (8), die ein ihren Bedürfnissen entsprechendes Haus suchten. Sie konnten schließlich Anfang 2021 das Würzberger Anwesen erwerben. Und die Eltern griffen spontan zu, als sie das Angebot erhielten, die vorhandenen Gasträume zu bewirtschaften.

Derzeit ist der Betrieb so geregelt, dass Herbert und Beate die Küchenarbeit leisten, der Service obliegt Michel und Viola. Dieses Team bietet den Gästen gutbürgerliche deutsche Küche an. Dabei wird unbedingt darauf geachtet, dass, wo immer möglich, regionale Produkte verarbeitet und serviert werden. Das gilt insbesondere für Fleisch, das aus dem Schlachthof Brensbach stammt und vom Metzgermeister fachgerecht aufbereitet wird. Aber auch Kartoffeln und Gemüse kommen aus der Region. Die Erkenntnis ist für die Fachleute in der Küche nicht neu, dass der Fleischkonsum seit geraumer Zeit schon einen deutlichen Rückgang verzeichnet. Daher bietet man auch vegetarische Speisen an.

Der Keller bietet das übliche Getränkespektrum, vom Mineralwasser bis zu Spirituosen. Weine liefert ein Winzer aus Rheinland-Pfalz, und aus dem Zapfhahn fließt primär der regionale Gerstensaft aus dem Mossautal. Da das Haus aber keine Vertragsbindung hat, können Gäste auch mehrere andere Biere genießen. Umfangreich ist das Platzangebot. So verfügt der Gastraum über mehr als dreißig Plätze, im Saal mit kleinem Neben- oder Erweiterungsraum können bis zu 80 Personen Platz finden, und etwa 100 Gäste können während der wärmeren Jahreszeit im Biergarten bewirtet werden. Dort steht ein Getränkewagen, der ebenfalls gezapften Gerstensaft anbietet. So eignen sich die Räumlichkeiten zunächst für den „normalen“ Besuch eines Speiserestaurants. Das rad- und wanderfreundlich gelegene Haus bietet sich aber auch an für Gruppen, die auf diese Weise unterwegs sind. Ebenso organisiert und arrangiert man gerne Familienfeiern, Firmen- und Vereinsfeste. Dafür wird aber um Anmeldung gebeten. Es sind nur etwa drei Fahrkilometer bis zur Bundesstraße 47, die zum Mümling- oder Maintal führt. Daher bietet Familie Vieten ihre Räume auch für Tagungen und Konferenzen an.

Derzeit ist das Restaurant freitags und samstags von 17 bis 22 Uhr geöffnet, sonntags von elf bis 14 und von 17 bis 22 Uhr. Wirt Herbert Vieten zieht eine bedarfsbedingte Erweiterung der Öffnungszeiten an Samstagen ab elf Uhr in Erwägung. Der große Biergarten wird ab dem Osterwochenende geöffnet sein. Reservierungen und Terminabsprachen unter Telefon 06061-9798943.

Zufriedene Gäste wünscht sich die Wirtsfamilie Vieten im Gasthaus Zur Römerburg. Im Biergarten haben Platz genommen Eigentümer Michel Vieten (vorne links) und Mitglieder des Ortsbeirates (Manuel Dingeldein, Mario Dick und Jens Fill). Stehend Wirt Herbert Vieten. Foto: Hans-Dieter Schmidt
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