Echo-Online: Kleinbagger parkt auf dem Hydranten

Brandschutz: Die Übung der acht Michelstädter Jugendfeuerwehren in Würzberg fordert auch Einfallsreichtum – Lob für das gute Zusammenspiel der jungen Einsatzkräfte

Wie ein Brand gelöscht wird, üben Michelstadts Jugendfeuerwehren in Würzberg. Foto: Hans-Dieter Schmidt

Wie ein Brand gelöscht wird, üben Michelstadts Jugendfeuerwehren in Würzberg. Foto: Hans-Dieter Schmidt

19. Oktober 2011  | hds  „Mir brauche Euch”: Mit dieser kurzen Formel brachte Michelstadts Bürgermeister Stephan Kelbert seine Hoffnung auf den Punkt, dass sich weiterhin aus den Mitgliedern der acht Jugendfeuerwehren seiner Kommune ausreichend Personal für den späteren Wechsel in die Einsatzabteilungen rekrutieren lasse. Dem konnte der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Tobias Robischon nur beipflichten.
Anlass war am Sonntag die gemeinsame Jahreshauptübung der Nachwuchsbrandschützer in Würzberg. Wie auch seine Vorredner, lobte Kreisjugendfeuerwehrwart Norbert Heinkel das Engagement der Jugendlichen und deren Zusammenspiel in der angenommenen Einsatzsituation. Den fünfzig Mädchen und Jungen war als Aufgabenstellung ein Brand des örtlichen Dorfgemeinschaftshauses vorgegeben. Ein technischer Defekt in der Kühltheke hatte diesen ausgelöst; durch die Bauweise zum Großteil als Holzkonstruktion brannte das Gebäude – so die Fiktion – in vollem Umfang.
Stadtjugendfeuerwehrwart Andreas Walther hatte die Übung vorbereitet und geplant. Unterstützt wurden die Jungfeuerwehrleute von etwa zwanzig Betreuern für Fahrzeug- und Maschinenbedienung. Der Nachwuchs hatte die Wasserversorgung herzustellen; zur Löschwasserentnahme standen der Löschteich im Wiesental und das öffentliche Versorgungsnetz zur Verfügung.
Geplant war die Nutzung von drei Hydranten im näheren Umfeld, doch das erwies sich in der Realität als problematisch: Auch in Würzberg werden nämlich derzeit Rohre und Kabel für das schnelle Internet verlegt. Die Bauarbeiter hatten ihren Kleinbagger und eine Schlauchtrommel übers Wochenende verkehrstechnisch ordentlich abgesichert am Straßenrand geparkt – allerdings exakt über dem nächsten Hydranten, der damit blockiert war. So mussten die Helfer auf einen deutlich weiter entfernten Wasseranschluss zurückgreifen. Im Ernstfall kann dies zu entscheidendem Zeitverlust führen.
Stadtbrandinspektor Gerd Beller band in seinen Dank auch die Jugendwarte und zahlreichen weiteren Helfer der Stadtteilwehren ein, die diese Leistungen ja zusätzlich zum normalen Feuerwehrdienst erbringen. Er lobte zudem das gute Verhältnis zwischen feuerwehrtechnischer Ausbildung und allgemeiner Jugendarbeit mit vielseitigen anderen Aktivitäten.
So sei beispielsweise am kommenden Donnerstag eine gemeinsame Fahrt nach Frankfurt geplant, um unter anderem hinter die Kulissen der Commerzbank-Arena zu schauen und auch einmal aus dem Maintower einen Blick über die Mainmetropole und ihr Umfeld schweifen zu lassen. Norbert Heinkel lud außerdem zu einer Fahrt der Jugendfeuerwehren im kommenden Jahr nach Portugal ein.

Quelle: http://www.echo-online.de/region/odenwaldkreis/michelstadt/Kleinbagger-parkt-auf-dem-Hydranten;art1274,2262674